Die unten stehende Bemerkung wurde belächelt ob ihrer historischen Dimension. Der Lächler hatte recht, drum soll hier diese neuere Erklärung stehen:
Seit der großartigen Dokumenta 2012 in Kassel verstärkt sich mein Eindruck, es ist alles da, was die Welt braucht. Ich könnte es nicht besser sagen. Meine Zeichnungen, Bilder, Texte fehlen nicht, kaum jemand fragte in der Vergangenheit danach. Wozu mache ich es? Die Wirkung von Ausstellungen und Vorführungen geht gegen Null. Völlig widersinnig zu dieser Feststellung werden immer mehr Ausstellungen gehängt, Qualität ist ein vernachlässigtes Kriterium geworden, an jeglichen Bilderkram, und sei es der erste Malkurs bei der VHS, wird das Label Kunst draufgebebbt, es findet auf diesem Wege eine Komplettentwertung statt. Ich bin raus. Das Überdenken der Adressierung meiner Arbeiten hat zur Erkenntnis geführt, das ich ein wenig schillern möchte, wenn es denn klappt, ansonsten ist es mein Lustgewinn. Über diesem Nachdenken entstand auch inhaltlicher Wechsel, es soll ja nicht in die Welt, sondern mir zur Freude ... So heißt ein mir wichtiges Projekt: Ich möchte in Würde und Schönheit altern. Mein Zeichnen ist Sport geworden und der Leib das bespielbare Papier. Neues soll für das lebendige Funkeln im Hirn sorgen. Was Zeichnung im Zustand des Erlernens war und Fotografie beim Bildergründen, ist eine eigenzentrierte Erlernung sportlicher Fähigkeiten. Der erste Marathon war ein Ereignis, noch erlebnisintensiver war der Weg dahin, die Vorbereitung, stundenlanges Erlaufen winterlicher Umgebungen in sonst eher autogeeigneten Distanzen. Vom ersten Klimmzug zu routinierten 4 x 10 Sätzen kann man allerhand von sich erfahren. Im functional training und bei crossfit-Abläufen kommt man Unbenutztheiten auf die Spur und vielen Begrenzungen, die sich aber verschieben lassen. Außerdem gibt es Veränderungen, sichtbar für mich im Spiegel, die das Altern manchmal so was wie einen Schluckauf haben lässt. Das Jonglieren ist eine Möglichkeit, die Verbindung von Hirn und Auge und Hand als kompliziert zu erleben. Auch als aufregend, beglückend, herausfordernd. Also alles nicht vorzeigbar, der Markt klappert weiter, aber ohne mich.12.12.2015

10.2.2013 Die unten stehende Bemerkung wurde reklamiert, sie sei unglaubhaft, wenn sie ein Jahr da stehen bleibt. Ich fühle mich ertappt. Es stimmt schon, das Zeichnen lief nicht durchgängig. Es lief in letzter Zeit gar nicht, dafür entstanden Fotoreihen, der Einstieg in die Philosophie fand statt - ein wundervoller VHS-Kurs bei Axel Braig aus Tübingen. Dazu muss viel gelesen werden.
Lesen ist was wundervolles, der Höhehöhepunkt meines gegenwärtigen Leselebens war "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace.
Hier könnte jetzt eine Literaturliste stehen, gleichfalls eine Liste der besuchten Ausstellungen. Da ragt heraus: "Revolution", Bilder von Sugimoto im Brandhorst München.
Das Gebastel an dieser Webseite gilt auch, um klarzumachen, dem Glücklichen schlägt die Stunde nicht, jedoch, auch seine Zeit vergeht.

 

Im Moment keine Ausstellungen, da grad lustvolles Arbeiten in meinem Kelleratelier läuft.
Es entstehen Zeichnungen